Nebenwirkung
Jede Therapie hat zum Ziel, die Erkrankung zu heilen, Lebensqualität zu erhalten und die Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten. Dennoch birgt jede Behandlung die Gefahr unerwünschter Begleiterscheinungen. In einem ausführlichen Gespräch vor Therapiebeginn sollten alle möglichen Nebenwirkungen und ihre Behandlung mit dem Arzt besprochen werden. Unterstützen Sie Ihren Angehörigen dabei, über alle auftretenden Beschwerden offen mit seinem Arzt zu sprechen – selbst wenn er sich nicht sicher ist, ob diese eine Folge der Krebstherapie ist.
Fatigue – Ständig müde und unmotiviert
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Eine der häufigsten Begleiterscheinungen der Krebstherapie ist die sogenannte Fatigue. Es handelt sich hierbei um Erschöpfung und Müdigkeit, die auch trotz längerer Ruhepausen bestehen bleiben. Häufige Symptome sind unter anderem Lustlosigkeit, geringe körperliche Belastbarkeit und Konzentrationsprobleme.
Fatigue ist auch das Krankheitssymptom, was Sie als Angehöriger massiv zu spüren bekommen, da ein „normaler“ Alltag hierdurch erschwert wird. Die mangelnde Energie führt dazu, dass gemeinsame Aktivitäten schwerfallen und alltägliche Aufgaben nicht erledigt werden können. Auch wenn es Ihnen schwerfällt, die Antriebslosigkeit zu akzeptieren: Versuchen Sie, den Patienten dabei zu unterstützen, seine Energie einzuteilen. Geben Sie ihm die Möglichkeit, seine Kraft für Dinge einzusetzen, die er gerne macht und gönnen Sie ihm seine Ruhephasen.
Körperliche Ursachen der Fatigue, wie bspw. ein durch die Tumortherapie bedingter Mangel an roten Blutkörperchen, können häufig durch Medikamente bekämpft werden. Bewegung, häufig unter medizinischer Kontrolle, psychotherapeutische Methoden und verhaltenstherapeutische Behandlungs-programme sind die Ansätze für die Behandlung seelischer Ursachen.
Atemnot – Bleiben Sie ruhig
Atemnot ist eine der am stärksten beängstigenden Nebenwirkungen von Lungenkrebs. Sie kann durch die Zerstörung von Lungenzellen durch den Tumor, aber auch durch die operative Entfernung oder eine Infektion des Lungengewebes entstehen.
Für Sie als Angehöriger ist es wichtig, bei einem akuten Anfall von Atemnot Ruhe zu bewaren und diese auszustrahlen. Auch wenn dies im ersten Moment viel erwartet ist, können Sie die Situation gemeinsam meistern, wenn Sie ruhig bleiben, den Patienten in eine erhöhte Liegeposition bringen, für frische Luft sorgen und mögliche eng anliegende Kleidung öffnen. Sollte der Betroffene trotz erster Maßnahmen keine Luft bekommen, rufen Sie einen Arzt an.
Übelkeit – gut behandelbar
Viele Patienten verbinden mit dem Wort Chemotherapie vor allen Dingen Übelkeit und Erbrechen. Die heute eingesetzten Chemotherapien sind allerdings wesentlich besser verträglich als noch vor ein paar Jahren. In stärkerem Ausmaß treten Übelkeit und Erbrechen nur noch selten auf. Neben der Art der eingesetzten Chemotherapie spielen auch einige persönliche Merkmale des Patienten eine Rolle, ob und wie stark Übelkeit auftritt. So leiden beispielsweise junge Patienten häufiger unter Übelkeit als ältere und Frauen häufiger als Männer. Kommen diese Faktoren zusammen, verschreiben Ärzte Medikamente gegen die Übelkeit. Diese sogenannten Antiemetika können Betroffene häufig schon prophylaktisch mit Beginn der Chemotherapie einnehmen.
Schmerzen – Lebensqualität sichern
Eine Schmerztherapie ist hier notwendig, um die Lebensqualität des Betroffenen zu sichern. Je nach Stärke der Schmerzen verschreiben Mediziner „nichtopioide“ Präparate oder Opioide, die entweder als Tabletten, Tropfen oder Pflaster erhältlich sind. Wichtig ist, dass die Patienten die Schmerzmittel nach einem festen Zeitplan einnehmen und nicht erst dann, wenn die Schmerzen auftreten. Ermutigen Sie Ihren Angehörigen, dass er offen über seine Schmerzen spricht. Denn nur so kann der Arzt die Schmerztherapie optimal einstellen und nur der Patient entscheidet, ob eine Schmerztherapie gut und ausreichend ist.










