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RÜCKENWIND FÜR ANGEHÖRIGE

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Eine Ihnen nahestehende Person ist an Lungenkrebs erkrankt. Die Diagnose schockiert, verwirrt, macht sprachlos und verändert das Leben schlagartig. Sie als Angehöriger sind mitbetroffen und stehen selber häufig unter starker Anspannung. Sie sind eine große Stütze und vertraute Bezugsperson für den Patienten und haben gleichzeitig doch selbst so viele Fragen.

Fragen und Unsicherheit sind in einer solchen Situation natürlich und normal. Allerdings ist es wichtig, dass Sie Ihren Blick in die Zukunft richten und Ihrem Angehörigen dabei helfen, seine Erkrankung als Herausforderung anzunehmen. Überlegen Sie, wie Sie mit der Situation am besten umgehen können und was dazu beitragen kann, dass es dem Betroffenen und Ihnen gut geht.

Es gibt kein Patentrezept für den „richtigen“ Umgang mit Lungenkrebs oder einem an Lungenkrebs erkrankten Angehörigen. Die Krankheit und der Umgang mit ihr sind von Fall zu Fall unterschiedlich. Wichtig ist zunächst, dass Sie die Diagnose Lungenkrebs akzeptieren und sich mit der Erkrankung auseinandersetzen. Die folgenden Seiten geben Ihnen einen Überblick über Therapiemöglichkeiten, mögliche Nebenwirkungen und die psychischen Belastungen, die mit einer solchen Erkrankung einhergehen können.

Die Informationen, die Sie hier finden, können das Gespräch mit einem Arzt, Psychologen oder Psychoonkologen nicht ersetzen. Sie können Ihnen aber eine erste Hilfestellung geben und soll Ihnen und Ihrem Angehörigen den gemeinsamen Umgang mit der Erkrankung erleichtern.

LUNGENKREBS

Lungenkrebs ist eine bösartige Geschwulst in der Lunge. Im Gegensatz zu gutartigen Geschwülsten zerstören sie das gesunde Zellgewebe. Dennoch sagt die Diagnose „Lungenkrebs“ noch nichts über den Verlauf der Erkrankung, die Prognose und die Zukunft des Betroffenen aus.

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 34490 Männer und 18030 Frauen an Lungenkrebs. Lungenkrebs gehört zu den Krebserkrankungen, die in den letzten Jahrzehnten am meisten zugenommen haben. Vor allem Frauen sind immer häufiger betroffen. Dies erklären Wissenschaftler mit dem zunehmenden Zigarettenkonsum von Frauen seit den 80er Jahren. Mediziner sprechen bei Lungenkrebs auch von einem Bronchialkarzinom oder Lungenkarzinom.

Die Ursachen für Lungenkrebs sind vielfältig:

  • Der wichtigste Risikofaktor ist das Rauchen. Etwa jeder zehnte Raucher erkrankt im Laufe seines Lebens an Lungenkrebs – durchschnittlich 30 bis 40 Jahre nach der ersten Zigarette.
  • Neben dem aktiven Rauchen erhöht auch das passive Rauchen das Risiko, an einem Lungenkarzinom zu erkranken. Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr etwa 400 Menschen aufgrund des Passivrauchens an Lungenkrebs.
  • Schadstoffe am Arbeitsplatz bergen ebenfalls ein Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Hier sind vor allen Dingen Asbest, Arsen, Chrom, Nickel, aromatische Kohlenwasserstoffe und Radon zu nennen.
  • Zudem ist die Ernährung entscheidend: Wenig Obst und Gemüse können das Lungenkrebsrisiko erhöhen.
  • Erbanlagen scheinen die Entstehung von Lungenkrebs ebenfalls zu begünstigen. Wissenschaftler können aber noch nicht genau sagen, wie entscheidend Erbanlangen sind.

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Im menschlichen Körper befinden sich viele unterschiedliche Zelltypen. Diese wachsen und teilen sich kontinuierlich, damit der Körper gesund bleibt. Wenn die Zellen sich unkontrolliert teilen, obwohl keine neuen Zellen benötigt werden, bildet sich eine übermäßige Gewebeneubildung, eine Geschwulst. Diese Geschwulst nennen Ärzte auch Tumor, und er kann gut (benigne) oder bösartig (maligne) sein. Während gutartige Tumoren meist nicht in umliegendes Gewebe eindringen, vermehren sich bösartige Tumoren ungebremst. Sie wachsen in benachbartes Gewebe ein und zerstören es. Mit dem Blut- und Lymphstrom können sie in andere Organe gelangen und dort neue Tumoren bilden. Dieser Vorgang heißt Metastasierung.

Ärzte unterscheiden zwischen nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und kleinzelligem Lungenkrebs. Die Unterscheidung basiert auf dem Zell- und Gewebetyp, aus dem sich der Tumor bildet. Die Art des Lungenkrebses ist von wesentlicher Bedeutung für die Therapieentscheidung. Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs unterscheidet sich in die Untergruppen Adenokarzinome, Plattenepithelkarzinom und großzellige Karzinome.

Neben der Art der Erkrankung ist die Ausbreitung der Geschwülste wichtig für die Wahl einer auf den Patienten zugeschnittenen Therapie. Ein bedeutsames Kriterium hierfür ist die TNM-Einteilung. T bezeichnet dabei die Größe des Tumors, N (von dem lateinischen nodus = Knoten) beschreibt die Anzahl und den Ort der befallenen Lymphknoten und M kennzeichnet das Vorhandensein von Metastasen.

THERAPIE – WAS PASSIERT WANN?

Die wichtigsten Therapieoptionen sowohl beim nicht-kleinzelligen als auch beim kleinzelligen Lungenkarzinom sind Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie.

Je nach Erkrankungsstadium ist die vollständige Entfernung der Geschwülste und der Metastasen das Therapieziel. Mediziner sprechen hier von einer kurativen Therapie. Ist dies aufgrund der Tumorausbreitung nicht mehr möglich, ist es das Therapieziel, den Tumor und seine Tochtergeschwülste so lange wie möglich an einer weiteren Ausbreitung zu hindern und dem Patienten ein möglichst beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.

OPERATION

Immer noch ist die Entfernung des Tumors durch eine Operation einer der wirkungsvollsten Therapieschritte. Allerdings ist das nicht bei jedem Bronchialkarzinom möglich. Die Entscheidung für oder gegen eine Operation hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Dazu gehören Größe und Lage des Tumors ebenso wie die Atemfunktion und der Allgemeinzustand des Patienten. Kommt es zu einer Operation, wird neben dem Tumor und den von Krebszellen befallenen Lymphknoten auch ein wenig von dem umliegenden gesunden Lungengewebe entnommen. So soll der Erfolg der Operation gesichert werden.

Über Risiken und Nebenwirkungen muss jeder Patient vor einem operativen Eingriff aufgeklärt werden. Auch Sie als Angehörige können bei diesem Gespräch dabei sein und Verständnisfragen stellen. Der Arzt kann Ihnen dann zum Beispiel genau erklären, ob durch das Entfernen von Lungengewebe mit verstärkter Atemnot zu rechnen ist. Für Sie als Angehöriger ist es wichtig, bei einem akuten Anfall von Atemnot Ruhe zu bewahren und diese auszustrahlen. Auch wenn dies im ersten Moment viel erwartet ist, können Sie die Situation gemeinsam meistern, wenn Sie ruhig bleiben, den Patienten in eine erhöhte Liegeposition bringen, für frische Luft sorgen und mögliche eng anliegende Kleidung öffnen. Sollte der Betroffene trotz erster Maßnahmen keine Luft bekommen, rufen Sie einen Arzt an.

CHEMOTHERAPIE

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Die wohl bekannteste Form der Krebstherapie ist die Chemotherapie. Forscher konnten sie in den vergangenen Jahren so verbessern, dass Patienten heute im Durchschnitt wesentlich besser und länger leben als in der Vergangenheit. Bei einer Chemotherapie werden Medikamente eingesetzt, die das Zellwachstum hemmen, sogenannte Zytostatika. Sie stören den Zellteilungsprozess. Chemotherapien wirken besonders gut bei Zellen, die sich schnell teilen – so wie Krebszellen. Ein Vorteil ist, dass sich die bei der Chemotherapie eingesetzten Medikamente über das Blut im ganzen Körper verteilen und so auch verstreute Krebszellen zerstören können. Ärzte sprechen hier von einer systemischen Therapie.

Ein Therapieplan legt die Form der eingesetzten Medikamente, ihre Dosierung und die zeitlichen Abstände der Einnahme fest. Mediziner sprechen auch von Chemotherapiezyklen. Je nach Art des Medikaments folgt auf eine Zeit der Einnahme eine Pause, bevor der nächste Zyklus beginnt.

Leider sind auch andere Zellen, die sich schnell teilen, von der Chemotherapie betroffen. Hierzu zählen die Schleimhaut- und die Haarwurzelzellen sowie die blutbildenden Zellen des Knochenmarks. Dadurch kommt es bei einer Chemotherapie teilweise zu Endzündungen der Schleimhäute und Haarausfall.

Viele Patienten fürchten die Nebenwirkungen einer Chemotherapie – besonders Haarausfall und Übelkeit. Durch medizinische Fortschritte gilt Chemotherapie heute jedoch als eine gut verträgliche Therapieform. Treten dennoch unerwünschte Wirkungen auf, lassen sie sich mit begleitenden Medikamenten gut beherrschen oder lindern.

ZIELGERICHTETE THERAPIE

In den vergangenen Jahren wurden Wirkmechanismen entdeckt, die Mediziner zur Behandlung bei manchen Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs einsetzen können. Zu diesen sogenannten zielgerichteten Therapien zählen z.B. Angiogenese-Hemmer, Tyrosinkinase-Hemmer oder sog. EGFR-Antagonisten, die den epidermalen Wachstumsfakor-Rezeptor (EGFR) blockieren. Außerdem sind unter bestimmten Voraussetzungen auch Wirkstoffe einsetzbar, die das körpereigene Abwehrsystem unterstützen, bösartige Zellen zu erkennen und zu vernichten.

Auch die Behandlung mit den sogenannten zielgerichteten Therapien hat Nebenwirkungen. Nasenbluten, blutiger Auswurf beim Husten und ein Anstieg des Blutdrucks können die Folgen sein. Viele Patienten klagen über starken Hautausschlag, den Mediziner auch „Rash“ nennen. Die Veränderungen an Haut, Nägeln und Haaren bilden sich zurück, nachdem die Medikamente abgesetzt werden. Nur selten sind sie Grund für eine Therapieunterbrechung. Sie können aber dennoch für die Patienten eine große Belastung darstellen.

STRAHLENTHERAPIE

Eine weitere Möglichkeit, den Tumor zu verkleinern und abzutöten ist die Strahlentherapie. Im Gegensatz zu einer Chemotherapie wirkt sie nicht im ganzen Körper, sondern nur dort, wo die Strahlen in den Körper eindringen. Ärzte sprechen daher von einer lokalen Therapie.

Die eingesetzten Strahlen schädigen das Erbgut der Zellen. Da Krebszellen kein so ausgeprägtes Reparatursystem haben wie gesunde Zellen, sind sie anders als diese nicht in der Lage, defekte Teile im Erbgut zu ersetzen. Gesunde Zellen können also die durch die Strahlen auftretenden Schäden reparieren, wohingegen Krebszellen absterben.

Um die gesunden Zellen möglichst wenig zu belasten, wird die Strahlentherapie vorher am Computer genau geplant. Dennoch können besonders dort Nebenwirkungen auftreten, wo die Strahlen auf gesundes Gewebe treffen. Rötungen oder trockene Stellen sind beispielsweise Hautreaktionen, die durch eine Strahlentherapie hervorgerufen werden können. Daher informiert der Arzt vor Beginn der Therapie über die richtige Hautpflege. Liegt die Speiseröhre im Bestrahlungsfeld, kann es zu Heiserkeit und Schluckbeschwerden kommen.

PALLIATIVMEDIZIN

Wenn die Erkrankung schon weit fortgeschritten ist, kommen Ärzte zu der Entscheidung, dass der Betroffene nur noch lindernd (palliativ) behandelt werden kann. Das Wort „pallium“ ist lateinisch und bedeutet Mantel: Wie ein Mantel umhüllen alle Maßnahmen der Palliativmedizin den Erkrankten schützend. Einerseits behandelt die Palliativmedizin schwerwiegende Symptome und körperliche Beschwerden, damit der Erkrankte die letzte Lebensphase mit einer möglichst guten Lebensqualität verbringen kann. Andererseits kommen in der palliativmedizinischen Behandlung spirituelle und seelische Bedürfnisse und deren Bewältigung zu Wort. Ängste, bedrängende Fragen oder ungelöste Lebenskonflikte können die Erkrankten und auch Sie als Angehöriger mit Seelsorgern oder Psychologen besprechen.

SCHMERZEN – LEBENSQUALITÄT SICHERN

Eine Schmerztherapie ist notwendig, um die Lebensqualität des Betroffenen zu sichern. Je nach Stärke der Schmerzen verschreiben Mediziner „nichtopioide“ Präparate oder Opioide, die entweder als Tabletten, Tropfen oder Pflaster erhältlich sind. Wichtig ist, dass die Patienten die Schmerzmittel nach einem festen Zeitplan einnehmen und nicht erst dann, wenn die Schmerzen auftreten. Ermutigen Sie Ihren Angehörigen, dass er offen über seine Schmerzen spricht. Denn nur so kann der Arzt die Schmerztherapie optimal einstellen und nur der Patient entscheidet, ob eine Schmerztherapie gut und ausreichend ist.

FATIGUE – EINE HÄUFIGE BEGLEITERSCHEINUNG DER THERAPIE

Der Begriff Fatigue bezeichnet einen Zustand der Erschöpfung und Müdigkeit, die auch trotz längerer Ruhepausen bestehen bleiben. Häufige Symptome sind unter anderem Lustlosigkeit, geringe körperliche Belastbarkeit und Konzentrationsprobleme.

Fatigue ist auch das Krankheitssymptom, was Sie als Angehöriger massiv zu spüren bekommen, da ein „normaler“ Alltag hierdurch erschwert wird. Die mangelnde Energie führt dazu, dass gemeinsame Aktivitäten schwerfallen und alltägliche Aufgaben nicht erledigt werden können. Auch wenn es Ihnen schwerfällt, die Antriebslosigkeit zu akzeptieren: Versuchen Sie, den Patienten dabei zu unterstützen, seine Energie einzuteilen. Geben Sie ihm die Möglichkeit, seine Kraft für Dinge einzusetzen, die er gerne macht und gönnen Sie ihm seine Ruhephasen.

Körperliche Ursachen der Fatigue, wie ein durch die Tumortherapie bedingter Mangel an roten Blutkörperchen, können häufig durch Medikamente bekämpft werden. Bewegung, häufig unter medizinischer Kontrolle, psychotherapeutische Methoden und verhaltenstherapeutische Behandlungs-programme sind die Ansätze für die Behandlung seelischer Ursachen.

WAS KANN ICH TUN?

Die Diagnose Lungenkrebs ist eine große Herausforderung. Als Angehöriger stehen Sie vermutlich vor der Situation, dass Sie gerne helfen möchten, aber nicht wissen wie. Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Tipps geben, die Sie und Ihren erkrankten Angehörigen unterstützen können.

WISSEN HILFT! INFORMATIONEN SAMMELN.

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Das Gefühlschaos aus Angst und Unsicherheit kann abnehmen, wenn Sie sich Wissen über die Erkrankung aneignen. Daher gilt: Fragen Sie! Als erstes natürlich den behandelnden Arzt. Fragen Sie so lange nach, bis Sie alles genau verstanden haben – gerne auch ein zweites, drittes oder viertes Mal. Schließlich ist die Erkrankung komplex und vielschichtig. Am besten machen Sie sich vorab gemeinsam mit dem Erkrankten einige Notizen und notieren sich Fragen, die Sie dem Arzt gerne stellen möchten – zu der Erkrankung, der Therapie sowie sozialen und psychologischen Aspekten.

Weitere Informationen erhalten Sie über unsere Broschüren, in Büchern, im Internet oder über Beratungsstellen. Einige Anlaufstellen haben wir für Sie in unserem Servicebereich zusammengestellt. Achten Sie auf seriöse Verfasser der Informationen und lassen Sie sich nicht von widersprüchlichen Informationen verunsichern, sondern besprechen Sie diese mit den behandelnden Ärzten.

Generell gilt: Je besser der Patient und Sie informiert sind, umso sicherer können Sie mit der Erkrankung umgehen, Entscheidungen bewusster treffen und die Behandlung aktiv mitgestalten. Wie Sie sich gemeinsam über Bewegung und Ernährung informieren und für mehr Lebensqualität im Alltag sorgen können, möchten wir Ihnen mit unserem BELA-Programm vorstellen.

MITEINANDER REDEN

Die Diagnose Lungenkrebs führt zunächst oft zu Sprachlosigkeit. Die eigenen Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen, fällt nicht leicht. Wenn über die Erkrankung geredet wird, wird sie real und greifbar und gerade das möchten viele der Betroffenen und vielleicht auch Sie selber am Anfang nicht wahrhaben. Auch wenn es Ihnen schwerfällt, Wünsche, Ängste und Befürchtungen auszusprechen: Es erleichtert den Umgang miteinander und mit der Erkrankung.

REDEN – ABER WIE?

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Fragen Sie den Patienten, was ihn belastet, was er sich wünscht und ob und wie Sie ihm helfen können. Lassen Sie ihm die Möglichkeit, offen und ehrlich zu antworten. Aber Sie müssen es auch akzeptieren, wenn er lieber nicht antworten möchte. Es wird während einer Lungenkrebserkrankung für Sie und Ihren Angehörigen immer auch Zeiten geben, in denen einer von Ihnen nicht über die Erkrankung reden will.

Seien Sie für Ihren Angehörigen da, hören Sie ihm aufmerksam zu und versuchen Sie, sich in seine Gedanken einzufühlen. Achten Sie auf Zwischentöne: Was sagt der Betroffene – aber was sagt er auch nicht? Welche Fragen stellt er? Schnelle Ratschläge und Antworten verhindern häufig ein offenes und intensives Gespräch. Sicher wird es auch Fragen und Themen geben, wo es keine Antwort gibt. Manchmal steht der Wunsch im Raum, sich geborgen und angenommen zu fühlen. Blicke, Gesten, Berührungen und kleine Geschenke sagen mehr als viele Worte. Gleichzeitig ist es hilfreich, dem Patienten zu sagen, dass er nicht alleine ist und dass er auf Ihre Unterstützung bauen kann.

Erfahrungen zeigen, dass es im Gespräch mit dem Betroffenen wichtig ist, auf klare Aussagen zu achten. Verallgemeinerungen und das unpersönliche Wort „man“ sind tabu. Sätzen wie „Man sagt auch, dass….“ sind oberflächlich. Sprechen Sie besser von sich selber: „Ich möchte…“, „Ich denke…“, „Ich empfinde…“.

LERNEN SIE SPRECHEN

„Richtig“ miteinander reden und einander verstehen ist lernbar. Im Laufe der Zeit sprechen Patient und Angehörige immer häufiger „dieselbe Sprache“.

Eine offene Kommunikation zeichnet sich aus durch:

  • Zeit
  • angenehme Gesprächsatmosphäre
  • Mischung aus Zuhören und Fragen
  • nonverbale Kommunikation: Hand halten, Berührungen etc.
  • Gedanken und Gefühle direkt ansprechen

Viele Betroffene berichten, dass die Erkrankung dazu geführt hat, dass die Beziehungen innerhalb der Familie intensiver wurden und die einzelnen Familienmitglieder enger zusammengewachsen sind.

DER BESTE ZEITPUNKT

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Wichtige oder schwierige Gespräche kann man nicht „zwischen Tür und Angel“ führen. Viele Menschen warten auf den „richtigen“ Zeitpunkt, um ein solches Gespräch zu führen. Doch dieser kommt selten von allein. Um eine angenehme Gesprächsatmosphäre herzustellen, ist es sinnvoll, sich zu überlegen, wann und wo früher intensive Gespräche stattgefunden haben: Vielleicht beim Spaziergang um den nahegelegenen See oder bei einer Tasse Kaffee auf dem Balkon? Dann schaffen Sie diese Rahmenbedingungen für Gespräche, in denen wichtige Entscheidungen fallen.

UMGANG MITEINANDER

„ICH BIN NICHT NUR MEIN KREBS!“

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Durch die Diagnose Lungenkrebs verändern sich das bisherige Leben und der gewohnte Tagesablauf sehr schnell. Viele seiner Aufgaben kann der Erkrankte nicht mehr selbst wahrnehmen. Dennoch ist es wichtig, dass er weiterhin integriert bleibt. Berichten Sie von Ihrem Tag im Büro, von Ereignissen mit Freunden oder ähnlichem. Ziehen Sie ihn in Überlegungen mit ein und fragen Sie ihn nach seiner Meinung.

Weiterhin möchten viele Erkrankte gewisse Angelegenheiten selbst erledigen. Wenn es der Gesundheitszustand zulässt, ist dies sinnvoll. Hier ist es wichtig, dass sich der Patient nicht bevormundet oder überbetreut fühlt, indem ihm abgesprochen wird, gewisse Aufgaben zu erfüllen.

Auch wenn die Erkrankung Ihr Leben auf den Kopf gestellt hat: Gönnen Sie sich und Ihrem Angehörigen „Krebs-Pausen“. Erfahrungen zeigen, dass es wichtig ist, den schönen Seiten des Lebens einen Platz einräumen. Planen Sie gemeinsame Ausflüge oder Spieleabende und verbringen Sie Zeit miteinander.

GRENZEN AKZEPTIEREN – UND SETZEN

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Nach der Diagnose dreht sich im Alltag schnell alles um den Betroffenen und seine Erkrankung. Um dem Gefühl der Hilflosigkeit entgegenzutreten, möchten Angehörige und Freunde helfen, wo immer es möglich ist. Wichtig ist hierbei, dass der Erkrankte immer noch ein erwachsener, selbstständiger Mensch ist. Er möchte nur bis zu einer bestimmten Grenze unterstützt werden und kann und muss selbst Verantwortung für sich übernehmen.

Daher dürfen keine Entscheidungen oder Absprachen ohne das Wissen und die Zustimmung des Patienten getroffen werden – auch wenn sie noch so gut gemeint sind. Hierzu zählen auch Gespräche mit dem behandelnden Arzt. Sie sollten nur im Beisein des Betroffenen stattfinden. Es sei denn, er ist damit einverstanden, wenn Sie sich alleine mit dem Arzt unterhalten oder in die Krankenakte schauen.

Sprechen Sie miteinander, inwieweit der Erkrankte Sie in die Therapie einbeziehen möchte, wann Sie ihm eine Hilfestellung sein dürfen und wo Sie ihn unterstützen können. Die Ihnen gesetzten Grenzen sollten Sie unbedingt respektieren, da es wichtig ist, dass der Betroffene Ihnen uneingeschränkt vertrauen kann.

HILFE – AUCH FÜR DEN ANGEHÖRIGEN

Aber nicht nur die Grenzen des Erkrankten sind wichtig, sondern auch Ihre eigenen. Es ist wichtig, dass Sie auch auf Ihre eigenen Bedürfnisse achten und sich bei aller Belastung nicht übernehmen. Es nützt dem Erkrankten nicht, wenn Sie sich übernehmen. Scheuen Sie sich nicht Angebote von anderen Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn anzunehmen. Fragen Sie nach Hilfe, wenn Sie das Gefühl haben, dass es Ihnen „alles zu viel“ wird. Neben Freunden und Familie können Sie weitere Unterstützung in Ihrer Gemeinde und bei Krankenkassen erhalten.

Hören Sie auf Familie und Freunde, wenn diese sagen: „Es ist genug.“ Tun Sie sich selber etwas Gutes und gönnen Sie sich einen Ausgleich und Erholungsphasen: Lesen Sie ein Buch, hören Sie Musik oder treiben Sie Sport. Diese Zeiten sind Kraftquellen, die notwendig sind, um den Erkrankten weiterhin zu unterstützen.

Vielleicht haben Sie das Gefühl, dass Ihre Schwierigkeiten im Gegensatz zu der Lungenkrebserkrankung unwichtig und unbedeutend sind. Erfahrungen zeigen allerdings, dass es wichtig ist, Gedanken und Gefühle wie Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung – aber auch die Sorgen im Büro – anzusprechen: bei Freunden, Angehörigen und dem Betroffenen selbst.

Wenn Sie das Gefühl haben, dennoch nicht mit der Situation fertig zu werden, wenden Sie sich an einen Seelsorger oder einen Psychotherapeuten. Nutzen Sie in dieser schwierigen Phase jede Möglichkeit, um die für Sie beste Lösung zu finden.

Wenn Sie Hilfe annehmen, stellt sich der positive Nebeneffekt ein, dass der Patient ebenfalls von Ihrer neuen Energie und den schönen Erlebnissen profitieren wird.

UMGANG MIT KINDERN

Eine Krebserkrankung in der Familie ist gerade auch für Kinder eine schwierige Situation. Sie wird oft unterschätzt und nicht ausreichend berücksichtigt, da Kinder zwar die Veränderung wahrnehmen, sich aber meist nicht trauen, darüber zu sprechen oder Fragen zu stellen.

  • Viele Patienten oder Angehörige fragen sich nach der Diagnose Krebs: Soll ich meinem Kind von der Erkrankung erzählen? Wie mache ich das? Worauf kann ich achten?
  • Viele Kinder verbinden eine Erkrankung mit Ansteckungsgefahr. Erklären Sie, dass Krebs nicht ansteckend ist. Nehmen Sie sich Zeit für Gespräche und „Kuschelstunden“, falls es das Kind zulässt oder wünscht.
  • Versichern Sie dem Kind immer wieder, dass es keine Schuld an der Krankheit trägt.
  • Ermutigen Sie das Kind, all seine Gedanken und Gefühle (auch Angst, Wut, Traurigkeit) auszudrücken.
  • Sprechen Sie mit dem Kind über die Krankheit (Diagnose, Verlauf) soweit Sie darüber Bescheid wissen und sagen Sie vor allem immer die Wahrheit.
  • Lassen Sie das Kind das „Tempo“ des Informationsflusses bestimmen, indem Sie direkt auf seine Fragen eingehen.
  • Ermutigen Sie das Kind, sich auch weiterhin mit seinen Freunden zu treffen, zu spielen und Spaß zu haben.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie zum Beispiel auf der Internetseite von Flüsterpost e.V.: www.kinder-krebskranker-eltern.de

Abschied nehmen

Wenn die Lungenkrebserkrankung weiter fortschreitet, stellt sich für Patienten und Angehörige zwangsläufig die Frage: „Wie viel Zeit haben wir noch zusammen?“ Mit der Erkrankung kommt das Bewusstsein, dass das Leben endlich ist. Gleichzeitig stellt sie gemeinsame Lebenspläne in Frage.

Die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod ist eine der schwersten Aufgaben in unserem Leben. Niemand denkt gerne an das Ende des eigenen Lebens oder an den Verlust von Angehörigen und Freunden. Doch trotz großer Fortschritte in der Medizin ist Lungenkrebs leider nur in seltenen Fällen heilbar.

ABSCHIED VORBEREITEN

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Den eigenen Tod können Menschen nur schwer akzeptieren: Wut, Zorn, Enttäuschung, Ohnmacht, Verzweiflung, Angst, Nicht-Wahrhaben-Wollen oder aber Erleichterung sind typische Reaktionen auf den nahenden Tod. Einige Betroffene drängen in dieser Situation auf einen neuen Therapieansatz, andere sind erleichtert, nicht mehr weiterkämpfen zu müssen.

Intuitiv reagieren Angehörige häufig mit gut gemeinten Worten wie „Du wirst nicht sterben – alles wird gut.“ oder „Hör auf so zu reden.“. Es fällt schwer, über Sterben und Tod zu sprechen, weil es schwierig ist, sich damit abzufinden, dass der geliebte Mensch nicht mehr lange zu leben hat.

Auf der anderen Seite berichten viele Angehörige, dass es ihnen und dem Erkrankten geholfen hat, sich über das Sterben und den Tod auszutauschen. Gerade wenn es der Wunsch des Betroffenen ist, können Gespräche Ängste nehmen. Daher ist es wichtig, dem Erkrankten zuzuhören, seine Bedürfnisse, Beschwerden, Hoffnungen und Ängste ernst zu nehmen und seine Gedanken nicht zu bewerten. Wenn dies mit Worten irgendwann nicht mehr geht, ist Körperkontakt unerlässlich, um dem Betroffenen zu signalisieren, dass er nicht alleine ist. Erfahrungen zeigen, dass es dem Betroffenen leichter fällt, in Frieden zu sterben, wenn er bis zuletzt als wertvoller Mensch wahrgenommen wird.

Die Wünsche des Erkrankten sollten rechtzeitig zu Wort kommen. Wo möchte der Patient sterben und welche Dinge sollen oder müssen vorher noch geregelt werden? Berichte von Menschen, deren Angehörige an Lungenkrebs gestorben sind, zeigen, dass es für viele Patienten einfacher ist, wenn sie das Gefühl haben, dass alles Wichtige geregelt ist.

PATIENTENVERFÜGUNG

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Für viele Lungenkrebspatienten ist eine Patientenverfügung wichtig. In dieser Willenserklärung kann der Betroffene vorsorglich seine Wünsche zur medizinischen Behandlung am Lebensende schriftlich äußern. Sie enthält vor allem Anweisung für Behandlungmaßnahmen in bestimmten medizinischen Situationen. Die Patientenverfügung wird wirksam, wenn der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, seine notwendige Zustimmung oder Ablehnung zu äußern. Die Patientenverfügung kann auch mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Aktuelle Informationen zum Thema Patientenverfügung finden Sie auch auf der Seite des Bundesjustizministeriums.

HOSPIZ

Wenn eine Betreuung zu Hause nicht mehr möglich ist, gibt es die Möglichkeit, dass ein stationäres Hospiz den Patienten bei palliativmedizinischer Versorgung aufnimmt. Zur Entlastung der Angehörigen gibt es manchmal auch die Möglichkeit, dass Tageshospize den Erkrankten betreuen.

TRAUER ZULASSEN

Der Tod eines geliebten Menschen ist zunächst unfassbar. Um sich selbst in der eigenen Trauer oder andere trauernde Menschen besser zu verstehen, ist es sinnvoll, Grundsätzliches über die Trauer und ihre Phasen zu kennen. Wissenschaftler unterscheiden vier Phasen der Trauerarbeit, die Trauernde alle durchlaufen, bis das körperliche und seelische Gleichgewicht wiederhergestellt sind.

Nach einer erste Phase, in der der Trauernde von dem Tod des erkrankten Angehörigen schockiert ist, folgt die schwierige Phase der Trauer, in der Schmerz und Verzweiflung dominieren. Im Anschluss erlebt der Trauernde in der Erinnerung das gemeinsame Leben mit dem Verstorbenen noch einmal. Die intensive Beschäftigung mit dem Verstorbenen führt dazu, dass der Trauernde sich wieder dem Alltag und dem Leben zuwendet. Diese Phase kann Wochen, Monate oder Jahre dauern. Schließlich kommt die Zeit, in der er wieder neue Pläne schmiedet und auf andere Menschen zugeht.

Gerade in der ersten Zeit nach dem Verlust des Lungenkrebspatienten sollten Sie keine grundsätzlichen Entscheidungen treffen wie beispielsweise Umzug, Hausverkauf oder Stellenkündigung. Erfahrungen zeigen, dass es hilfreich ist, den Tagesablauf und vor allen Dingen die Wochenenden bewusst zu planen. Spaziergänge und Entspannungsübungen können ebenfalls dazu beitragen, zur Ruhe zu kommen, sich dem Leben wieder positiv zuzuwenden und den Tod des geliebten Menschen zu akzeptieren.

Interviews

Moritz Krebs im Gespräch

INTERVIEW MIT MORITZ KREBS - „DIE ANGEHÖRIGEN WERDEN OFT VERGESSEN“

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Moritz Krebs, Sohn des an Lungenkrebs verstorbenen Schauspielers Diether Krebs, berichtet über seine Erfahrungen mit der Erkrankung und was ihn und seine Familie während dieser Zeit bewegt hat.

WIE HABEN SIE VON DER ERKRANKUNG IHRES VATERS ERFAHREN?

Moritz Krebs: Das war eher zufällig. Mein Vater war aufgrund einer Bypassoperation zur Nachuntersuchung im Krankenhaus. Dabei wurde ein Schatten auf der Lunge festgestellt. Dies war ein großer Schock für die ganze Familie. Ich war damals erst 20 Jahre alt und hatte mich bis dahin noch nie mit dem Thema beschäftigt. Außerdem dachte ich, dass nur ältere Menschen Krebs bekommen und mein Vater war ja erst 52.

WIE SIND SIE MIT DER DIAGNOSE UMGEGANGEN?

Moritz Krebs: Mir hat es sehr geholfen, dass mein Vater sich von der Diagnose nicht unterkriegen ließ. Dadurch dass er immer seine Fassung bewahrt hat, hat er mir sozusagen die Angst genommen. So fiel es mir leichter, die Situation anzunehmen. Für ihn war es in diesem Moment einfach am wichtigsten, dass wir an seiner Seite waren und ihn unterstützt haben.

WELCHE AUSWIRKUNGEN HATTE DIE ERKRANKUNG AUF DEN ALLTAG?

Moritz Krebs: Insgesamt hat mein Vater versucht, ganz „normal“ weiterzuleben. Er hat noch während der Chemotherapie an seinem letzten Kinofilm gearbeitet und hat bis drei Tage vor seinem Tod auf der Bühne gestanden. Damit wollte er sich seinen letzten Wunsch eines eigenen Bühnenprogramms erfüllen. Aber natürlich haben wir auch über die Erkrankung gesprochen und auch das Thema Tod tauchte immer mal wieder auf. Glücklicherweise hatten wir immer schon ein enges Verhältnis zueinander und konnten offen über unsere Ängste sprechen. Letztendlich hat uns die Krankheit noch enger zusammengeschweißt.

WELCHE BEDEUTUNG HAT DIE ERKRANKUNG FÜR DIE ANGEHÖRIGEN?

Moritz Krebs: Das ist ein wichtiges Thema! Natürlich versucht man, sich untereinander so gut es geht zu unterstützen. Meine Erfahrung hat aber auch gezeigt, dass es wichtig ist, sich gegenseitig mal zu entlasten und sich Freiräume zu schaffen. Denn auch die eigenen Kräfte werden stark strapaziert. Auch als Angehöriger sollten man auf seine eigenen Bedürfnisse achten – und sich Zeit nehmen mal in sich „reinzuhören“. Wenn die Last zu groß wird, sollte man sich nicht davor scheuen, auch als Angehöriger gegebenenfalls Hilfe in Anspruch zu nehmen.

WAS KÖNNEN DIE BETROFFENEN BZW. DIE ANGEHÖRIGEN TUN? WO BEKOMMT MAN HILFE IN DIESER SCHWIERIGEN ZEIT?

Moritz Krebs: Sicherlich hilft es, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Hilfreich sind hier Selbsthilfegruppen. Dort kann man mit anderen Menschen, die ähnliches erleben, in Kontakt treten. Man kann von den Erfahrungen anderer profitieren und sich über Probleme austauschen. Ich habe in dieser Zeit nach Anlaufstellen gesucht, vor allem für Angehörige wie mich. Aber da gibt es nicht viele. Natürlich stehen die Erkrankten im Vordergrund, aber ich finde, auch auf die Angehörigen sollte stärker eingegangen werden.

WAS RATEN SIE ANDEREN BETROFFENEN BZW. ANGEHÖRIGEN?

Moritz Krebs: Als Angehöriger sollte man versuchen, so normal wie möglich mit dem Erkrankten umzugehen, und das Leben nicht rapide umstellen. Was ich vor allem bei Lungenkrebs sehr schlimm finde ist das Vorurteil: Wer an Lungenkrebs erkrankt ist, ist selbst Schuld. Schuldzuweisungen haben bei so einem Schicksalsschlag einfach nichts zu suchen.

Jenny Sinhuber - BELA-Beraterin

AUSGEWOGENE ERNÄHRUNG FÖRDERT LEBENSQUALITÄT

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BELA Diplom Oecotrophologin und Ernährungsberaterin Frau Jenny Sinhuber gab den Besuchern der „Aktion Rückenwind“ in Köln Informationen und Ratschläge rund um die Ernährung.

„Bei der „Aktion Rückenwind“ in Köln hatte ich die Gelegenheit, mit vielen Besuchern über das Thema Ernährung und Lungenkrebs zu sprechen. Einige Besucher wussten bereits, dass eine vollwertige, gesunde Ernährung die körpereigenen Abwehrkräfte stärkt und so die Therapie unterstützen kann. Andere Besucher kamen sehr interessiert mit konkreten Fragen zu Problemen im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme auf mich zu. Als komplementäre Maßnahme können Lebensmittel gezielt eingesetzt werden, um Beschwerden zu lindern. Beispielsweise wirkt Ingwer sehr gut gegen Übelkeit. In Gesprächen mit Betroffenen geht es oft auch um Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, die manchmal im Rahmen der Therapie auftreten. Eine häufig gestellte Frage ist: „Mein Mann isst nicht mehr so viel, was kann ich da machen?“. Um dieser Appetitlosigkeit und dem Gewichtsverlust entgegen zu wirken, sollten sich Betroffene ausreichend Zeit für die Mahlzeiten nehmen und ihre Speisen appetitlich und in kleinen Portionen anrichten. Es ist mir ein großes Anliegen, den Teilnehmern bei der Veranstaltung zu vermitteln, dass Ernährung nicht unbedeutend für das Wohlbefinden ist: Eine ausgewogene Ernährung kann ihnen zu einem Stück mehr Lebensqualität verhelfen.“

Bitte beachten Sie: Wenn Sie diesen Link verfolgen, verlassen Sie www.hilfe-bei-lungenkrebs.de