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RÜCKENWIND FÜR PATIENTEN

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Als Patient haben Sie es wahrscheinlich deutlich gespürt: Die Diagnose Lungenkrebs macht Angst. „Warum gerade ich? Wie geht es jetzt weiter?“ so lauten häufig gestellte Fragen. Diese Angst entsteht durch die Unsicherheit, die auf die Diagnose folgt. Wissen über die Krankheit und alle Begleitumstände bietet Sicherheit und hilft, besser mit der Erkrankung umzugehen. Daher finden Sie auf den folgenden Seiten viele Informationen über Lungenkrebs – die Diagnose, Therapiemöglichkeiten, zum Umgang mit der Erkrankung und vieles mehr.

Die Informationen dieser Seite können und sollen das Gespräch mit Ihrem Arzt nicht ersetzen. Die "Aktion Rückenwind" möchte Ihnen jene Informationen liefern, die zunächst für Sie wichtig sein können, damit Sie im Anschluss Ihrem Arzt gezielt Fragen stellen können.

LUNGENKREBS

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Lungenkrebs ist eine bösartige Geschwulst in der Lunge. Etwa 90 Prozent aller Geschwülste in der Lunge sind bösartig. Im Gegensatz zu gutartigen Geschwülsten zerstören sie das gesunde Zellgewebe. Obwohl sie in allen Lungenabschnitten entstehen können, bilden sie sich jedoch besonders häufig in den oberen Bereichen des Lungenflügels. Da die Atmung hier am stärksten ist, ist die Lunge somit auch schädlichen Substanzen am intensivsten ausgesetzt. Fachbegriffe für Lungenkrebs sind auch Lungenkarzinom oder Bronchialkarzinom.

Lungenkrebs gehört zu den Krebserkrankungen, die in den letzten Jahrzehnten am meisten zugenommen haben. In Deutschland erkranken nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts jedes Jahr etwa 34.490 Männer und 18.030 Frauen an Lungenkrebs. Damit ist Lungenkrebs bei Männern die zweit-, bei Frauen die dritthäufigste Krebserkrankung.

Verschiedene Arten von Lungenkrebs

Ärzte unterscheiden zwischen nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und kleinzelligem Lungenkrebs. Diese Unterscheidung ist von wesentlicher Bedeutung für die Therapie.

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Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs: Der nicht-kleinzellige Lungenkrebs macht circa 80 Prozent der Tumorerkrankungen der Lunge aus. Es breitet sich meist langsamer aus und bildet später Metastasen als der kleinzellige Lungenkrebs, wodurch die Heilungs- und Behandlungschancen besser sind. Diese Tumorform unterteilt sich in drei Untergruppen. Die Bezeichnung dieser drei Untergruppen basiert auf dem Zell- oder Gewebetyp, aus dem sich der Tumor bildet.

Adenokarzinome: Adenokarzinome stellen den größten Teil der Lungentumore dar. Es handelt sich damit um die häufigste Lungenkrebsart. In den vergangenen Jahren verzeichnen Mediziner einen steigenden Anstieg der Adenokarzinome, was auf veränderte Rauchgewohnheiten zurückgeführt wird.

Plattenepithelkarzinom: Das Plattenepithelkarzinom ist nach dem Adenokarzinom die zweithäufigste Lungenkrebsart. Der Ursprung des Plattenepithelkarzinoms liegt häufig in den oberflächlichen Zellen der Bronchien und befindet sich im Gegensatz zum Adenokarzinom häufiger zentral in der Lunge.

Großzellige Karzinome: Großzellige Karzinome diagnostizieren Ärzte in bis zu zehn Prozent aller Lungenkrebsfälle. Ihr Ursprung ist noch unklar.

Kleinzelliges Bronchialkarzinom: Etwa 20 Prozent der Lungenkrebspatienten sind an einem kleinzelligen Lungenkarzinom erkrankt. Es breitet sich rasch über das Blut und die Lymphbahnen aus und bildet sehr schnell Tochtergeschwülste (Metastasen). Die Therapie ist daher deutlich schwieriger als bei anderen Formen von Lungenkrebs.

Stadien der Erkrankung Krebserkrankungen werden in verschiedene Stadien eingeteilt, die die Ausbreitung und Schwere der Krankheit festhalten. Diese Klassifikation dient der genauen Therapieplanung.

Wichtiges Kriterium ist die sogenannte TNM-Einteilung. T bezeichnet dabei die Größe des Tumors, N (von dem lateinischen nodus = Knoten) beschreibt die Anzahl und den Ort der befallenen Lymphknoten und M kennzeichnet das Vorhandensein von Metastasen.

Die einzelnen Ausbreitungsstadien (T) beschreiben Mediziner genauer durch die Zuordnung von Zahlen. Hierbei kennzeichnen die Zahlen die Größe und die Lage des Tumors und seine Beziehung zu umgebenden Strukturen. Bei der Definition des N-Stadiums verwenden die Ärzte die Zahlen 0 bis 3.

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Obwohl Lungenkrebs viele verschiedene Ursachen haben kann, ist die häufigste Ursache das Rauchen. Zigarettenrauch und die darin enthaltenen Schadstoffe schädigen die Schleimhaut der Bronchien langfristig und begünstigen so die Entstehung von Krebszellen. Bei Männern sind bis zu 90 Prozent und bei Frauen bis zu 60 Prozent der Lungenkarzinome auf das aktive Rauchen zurückzuführen.

Aber auch Passivraucher sind betroffen: Etwa 80 Prozent der Nichtraucher haben täglich Kontakt mit Tabakrauch. Auch sie sind daher dem Risiko ausgesetzt, aufgrund von Zigarettenqualm an einem Lungenkarzinom zu erkranken.

Neben Radonbelastung, wie sie teilweise in Wohnhäusern auftritt, spielen auch chemische Substanzen, denen manche Berufstätige an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt sind, eine Rolle. Dazu gehören beispielsweise Asbest, ionisierende Strahlung und einige Quarzstäube. Darüber hinaus scheint es auch eine bestimmte Erbanlage zu geben, die eine Lungenkrebserkrankung wahrscheinlicher macht. Es ist jedoch ungeklärt, wie bedeutsam Erbanlagen sind und wie häufig sie die Entstehung eines Bronchialkarzinoms fördern.

RISIKEN IM ÜBERBLICK

  • Rauchen: aktiv und passiv
  • Chemische Substanzen und Schadstoffe
  • Ernährung
  • Belastungen der Atmungsorgane
  • Vererbung

Lungenkrebs – anfangs oft ohne typische Symptome

Wie viele andere Krebserkrankungen, verursacht Lungenkrebs im Anfangsstadium meist keine typischen Symptome. Vielmehr treten uncharakteristische Beschwerden auf: Die Betroffenen fühlen sich oftmals müde, geschwächt, sind kurzatmig oder leiden unter verschleimten Bronchien. Diese Anzeichen deuten aber nicht eindeutig auf Lungenkrebs hin. Sie können auch im Rahmen anderer Erkrankungen entstehen, etwa bei einer Lungenentzündung oder einem grippalen Infekt. Da viele Betroffenen keine typischen Lungenkrebs-Symptome zeigen, entdeckt der Arzt Lungenkrebs häufig zufällig, zum Beispiel im Rahmen einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs.

Husten, der über mehrere Wochen anhält oder sich plötzlich verändert, gehört zu den häufigsten und auffälligsten Lungenkrebs-Anzeichen. Auch Symptome wie Auswurf, entweder mit oder ohne Blutbeimischungen, und Schmerzen im Brustkorb können auf einen Tumor in der Lunge hinweisen. Weitere, mögliche Lungenkrebs-Symptome sind Atemnot, Gewichtsverlust und Heiserkeit. Diese Anzeichen treten jedoch häufig erst in einem fortgeschrittenen Lungenkrebs-Stadium auf.

Bei folgenden Beschwerden ist es ratsam, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen. Er kann abklären, ob es sich dabei um Lungenkrebs-Symptome oder Anzeichen einer anderen Erkrankung handelt:

  • Langanhaltender Husten, der sich plötzlich verändert
  • Bronchitits oder eine andere Erkältung, die sich trotz Behandlung mit Antibiotika nicht bessert
  • häufig verschleimte Bronchien
  • Atemnot
  • Schmerzen im Brustkorb
  • allgemeiner Kräfteverfall
  • Auswurf mit oder ohne Blut ("Bluthusten")
  • starker Gewichtsverlust
  • Appetitlosigkeit
  • Nachtschweiß
  • Fieber

Je früher Lungenkrebs entdeckt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen! Das gilt insbesondere für Lungenkrebs im Anfangsstadium. Vertrauen Sie sich deshalb Ihrem Arzt an, wenn einige der oben genannten Lungenkrebs-Symptome auf Sie zutreffen. In den meisten Fällen stecken harmlose Ursachen hinter den Beschwerden. Sollte Lungenkrebs der Auslöser der Symptome sein, so ist es wichtig, die Erkrankung schnellstmöglich zu behandeln.

SCHMERZEN – LASSEN SIE SICH NICHT EINSCHRÄNKEN!

Je weiter eine Krebserkrankung fortgeschritten ist, desto häufiger treten Schmerzen auf. Dadurch wird die Lebensqualität sehr stark eingeschränkt. Doch das müssen Sie nicht aushalten: Es gibt heute eine Vielzahl verschiedener Medikamente, sogenannte Analgetika, die Schmerzen wirksam bekämpfen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt über die Schmerzen. Nur dann kann er eine wirkungsvolle Schmerztherapie beginnen. Je nach Stärke der Schmerzen wird er Ihnen „nichtopioide“ Präparate oder Opioide verschreiben. Die Form der Medikamente ist dabei ganz unterschiedlich. Es gibt sie als Tabletten, Tropfen oder Pflaster. Wichtig ist, dass Sie die Schmerzmittel nach einem festen Zeitplan einnehmen und nicht erst dann, wenn die Schmerzen auftreten. Sie müssen keine Angst haben, von den Medikamenten abhängig zu werden. Erfahrungen zeigen, dass auch eine langjährige Schmerztherapie nicht zu Abhängigkeit oder Sucht führt.

FATIGUE – WENN DIE ERSCHÖPFUNG NICHT AUFHÖRT

Die Fatigue kann körperliche und seelische Ursachen haben. Körperliche Ursachen sind beispielsweise ein durch die Tumortherapie bedingter Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie) oder begleitende Stoffwechselkrankheiten. Hier können Medikamente häufig zu einer Verbesserung der Symptome führen.

Die psychischen Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung, wie Angst und Depression, gehören zu den seelischen Ursachen. Sie können durch fehlende Bewegung oder eine Mangelernährung noch verstärkt werden. Körperliches Training unter medizinischer Kontrolle, psychotherapeutische Methoden und verhaltenstherapeutische Behandlungsprogramme sind die Ansätze für die Behandlung der seelischen Ursachen.

DIAGNOSE

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Das Ziel der Diagnose ist es zum einen, den Verdacht, dass jemand an Lungenkrebs erkrankt ist, zu bestätigen, beziehungsweise auszuräumen. Zum anderen möchten die Ärzte feststellen, wo der Tumor sitzt, welche Ausbreitung er hat, welche Tumorart es ist und ob sich bereits Metastasen gebildet haben.

Da es kein eindeutiges Symptom für Lungenkrebs gibt, sind stets mehrere weiterführende Untersuchungen notwendig. Welche Diagnoseschritte im Einzelnen vorgenommen werden, hängt unter anderem vom körperlichen Zustand des Patienten ab. Im Allgemeinen wird zwischen den bildgebenden Verfahren und den Verfahren zur Gewinnung einer Gewebeprobe unterschieden.

Krankengeschichte (Anamnese)

Bevor der Arzt mit den unterschiedlichen Untersuchungsmöglichkeiten beginnt, unterhält er sich ausführlich zur Krankheitsgeschichte des Patienten und erfragt den körperlichen und seelischen Zustand des Betroffenen. Inhalte des Gesprächs sind unter anderem aktuelle Beschwerden, bisherige Erkrankungen und Lebensgewohnheiten. Dieses Gespräch zielt darauf ab, die Krankengeschichte kennenzulernen und heißt in der Fachsprache Anamnese.

Bildgebende Verfahren

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Von großer Bedeutung sind die sogenannten bildgebenden Verfahren. Sie machen die Geschwülste für den Arzt sichtbar. Die wichtigsten Verfahren sind:

  • Röntgenaufnahme der Lunge
  • Computertomografie (CT)
  • Positronen-Emissions-Tomografie (PET)
  • Magnetresonanztomografie (MRT, Kernspintomografie)
  • Knochenszintigramm

Röntgenübersichtsaufnahme Ein Lungenkarzinom kann ab einem Durchmesser von einem Zentimeter als runde Herde bei einer Röntgenuntersuchung erkannt werden.

Computertomografie (CT) Mit einer CT kann der Arzt den Körper im Querschnitt darstellen. Dadurch ist es möglich, die Ausdehnung des Tumors zu untersuchen und zu überprüfen, ob er umliegende Organe beeinträchtigt. Die Untersuchung umfasst den gesamten Brustraum und den oberen Bauchraum, um die Leber, Nebennieren und die Lymphknoten beurteilen zu können. Sie dauert mit der neuen Methode der Spiral-CT weniger als eine halbe Minute und wird immer durchgeführt, wenn ein Krebsverdacht sich erhärtet.

Positronen-Emissions-Tomografie (PET): Die PET ist ein spezielles Untersuchungsverfahren, das Hinweise auf die Stoffwechselaktivität in bestimmten Körperbereichen liefern kann. Im Zusammenspiel mit der CT-Untersuchung ermöglicht sie es, Krebsgewebe noch sicherer zu erkennen. Die PET wird aber nicht generell bei allen Patienten durchgeführt.

Kernspintomografie/Magnetresonanztomografie (MRT) Die MRT beruht auf Magnetwirkung. Mit Hilfe starker Magnetbilder können Bilder von den Organen erstellt werden. Das MRT ergänzt häufig die Computertomografie und gibt weitere Hinweise über die Ausdehnung und Streuung des Tumors.

Knochenszintigramm Das Knochenszintigramm überprüft, ob der Tumor bereits Knochenmetastasen gebildet hat. Hierbei spritzen Ärzte dem Betroffenen ein Kontrastmittel in die Vene, das sich speziell in den Knochen anreichert. Knochenteile, in denen der Tumor aktiv ist, reichern mehr Kontrastmittel an und heben sich so vom übrigen Skelett ab. Da das Knochenszintigramm alle – auch gutartige – Veränderungen mit erhöhtem Knochenstoffwechsel anzeigt, ist zur Sicherung der Diagnose eine bestätigende Röntgen- oder MRT-Untersuchung erforderlich.

Verfahren zur Gewebegewinnung

Den Vorgang der Gewebeentnahme nennen Mediziner Biopsie. Gewebeproben werden entnommen, um das Geschwulst zu untersuchen. Ein hauchfeiner, speziell angefertigter Gewebeschnitt wird darauf hin untersucht, ob er gut- oder bösartig ist, aus welchen Zellen der Tumor entstanden ist, und wie stark die Tumorzellen sich von gesundem Zellgewebe der gleichen Art unterscheiden.

Diese Untersuchung heißt Histologie. Sie ist, neben der Ausbreitung des Tumors, wesentlich für die Therapieentscheidung.

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Bronchoskopie Die Bronchoskopie zählt zu den Standardverfahren der Diganostik. Hierbei untersuchen die Mediziner die Bronchien von innen, indem sie einen dünnen, weichen und biegsamen Schlauch durch den Mund oder die Nase in die Luftröhre bis zu den Bronchien schieben. Anhand einer Optik kann der Arzt sich die Schleimhäute der Bronchien genau ansehen. Mit der ebenfalls am Schlauch befestigten Zange wird häufig direkt eine Gewebeprobe entnommen, die dann histologisch untersucht werden kann.

Feinnadelbiopsie Wenn der Tumor nicht an den Bronchien, sondern nahe der Brustwand sitzt, wird die Gewebeprobe häufig mit der Feinnadelbiopsie gewonnen. Hierfür schieben sie eine lange, dünne Nadel durch die Brustwand in das verdächtige Areal und saugen Gewebe an. Fast 80 Prozent der Lungenkarzinome werden durch diese Untersuchung diagnostiziert. Diese Untersuchung wird unter Narkose durchgeführt und ist daher schmerzfrei.

Sputum-Untersuchung Bei einer Sputum-Untersuchung prüfen Ärzte den Auswurf von mindestens drei unterschiedlichen Tagen auf veränderte Zellen. Leider ist dieses Diagnoseverfahren nicht sehr aussagekräftig und daher nur eine zusätzliche Möglichkeit, die Diagnose zu unterstreichen

THERAPIE – WAS PASSIERT WANN?

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Die wichtigsten Therapieoptionen sowohl beim nicht-kleinzelligen als auch beim kleinzelligen Lungenkarzinom sind Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie. Welche Therapie zum Einsatz kommt, hängt maßgeblich von dem Erkrankungsstadium und der körperlichen Verfassung des Patienten ab.

Je nach Erkrankungsstadium ist die vollständige Entfernung der Geschwülste und der Metastasen das Therapieziel. Mediziner sprechen hier von einer kurativen Therapie. Ist dies aufgrund der Tumorausbreitung nicht mehr möglich, ist es das Therapieziel, den Tumor und seine Tochtergeschwülste so lange wie möglich an einer weiteren Ausbreitung zu hindern und dem Patienten ein möglichst beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.

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  • Operation
    Die Operation ist eine der wirkungsvollsten Therapieschritte, da sie die Heilungschancen stark erhöht.
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  • Chemotherapie
    Die wohl bekannteste und immer noch sehr bedeutsame Form der Krebstherapie ist die Chemotherapie. Sie macht sich zunutze, dass sich Krebszellen sehr schnell teilen und die eingesetzten Medikamente gerade die Zellen zerstören, die sich schnell teilen.
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  • Zielgerichtete Medikamente
    In den vergangenen Jahren wurden Wirkmechanismen entdeckt, die Mediziner zur Behandlung von fortgeschrittenen oder metastasierten nicht kleinzelligen Lungenkarzinomen einsetzen können. Neben den bei der Chemotherapie eingesetzten Zytostatika stehen mittlerweile auch sogenannte zielgerichtete Krebstherapien zur Verfügung.
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  • Strahlentherapie
    Eine weitere Möglichkeit, den Tumor zu verkleinern und abzutöten ist die Strahlentherapie. Durch energiereiche Strahlen wird das Erbgut der Zellen verändert.
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Die Operation ist einer der wirkungsvollsten Therapieschritte, da sie die Heilungschancen stark erhöht. Ob ein Bronchialkarzinom allerdings operiert werden kann, hängt von der Größe und der Lage ebenso ab, wie von der Atemfunktion und dem Allgemeinzustand des Patienten. Ziel einer Operation ist es, den Tumor und von Tumorzellen befallene Lymphknoten möglichst vollständig zu entfernen. Um dies zu gewährleisten, entnimmt der Chirurg nicht nur den Tumor, sondern auch immer einen Teil des gesunden Gewebes – sozusagen als Sicherheitsabstand.

Operationen sind fachsprachlich "invasive" Verfahren: Es entsteht ein mehr oder weniger ausgedehnter Schnitt. Ist dieser Schnitt am Brustkorb (Thorax), sprechen Fachleute von "Thorakotomie".

In einem frühen Erkrankungsstadium reicht es oft aus, den befallenen Lungenlappen und zugehörige Lymphknoten zu entfernen (Lobektomie). Werden zwei Lungenlappen entfernt, zum Beispiel wenn der Tumor die Grenze zwischen zwei Lungenlappen überschreitet, so nennt man dies Bilobektomie. Bei großen, im Bereich des Hauptbronchus nahe der Lungenpforte gelegenen Tumoren kann es nötig sein, einen gesamten Lungenflügel zu entnehmen (Pneumonektomie oder auch Pneumektomie). Die körperliche Leistungsfähigkeit der Patienten nach einer Pneumektomie kann zunächst oft stark eingeschränkt sein, da der verbleibende Lungenflügel einige Monate braucht, um sich an die zusätzliche Atemarbeit zu gewöhnen.

Falls möglich, versuchen Ärzte allerdings heutzutage, Methoden mit möglichst kleinster Verletzung der Haut und Weichteile anzuwenden, sogenannte "minimal-invasive" Eingriffe. Bei dieser „Schlüssellochtechnik“ sind nur ein oder wenige kleine Schnitte notwendig, durch die der Operateur schlauch- oder röhrenförmige Instrumente mit Kamera einführen kann. Minimal-invasive Techniken ermöglichen einen für den Patienten vergleichsweise schonenden Eingriff.

Im Zeitraum nach einer Operation kann als eine Nebenwirkung Atemnot auftreten, die durch die operative Entfernung des Lungengewebes bedingt ist. Atemnot kann bei Lungenkrebs-Patienten jedoch verschiedene Ursachen haben: Sie kann dadurch entstehen, dass der Tumor gesundes Lungengewebe zerstört. Auch begleitende Infektionen können ein Grund für Atemnot sein. Je nach Ursache gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

Versuchen Sie, bei einem akuten Anfall von Atemnot nicht in Panik zu verfallen. Ruhe, eine erhöhte Liegeposition, Frischluft und lockere, bequeme Kleidung können helfen. Zusätzlich sollte ein Arzt informiert werden.

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Die wohl bekannteste und immer noch sehr bedeutsame Form der Krebstherapie ist die Chemotherapie. Sie macht sich zunutze, dass sich Krebszellen sehr schnell teilen und die eingesetzten Medikamente gerade die Zellen zerstören, die sich schnell teilen. Die eingesetzten Medikamente werden Zytostatika genannt. Ein großer Vorteil ist, dass sie sich über das Blut im ganzen Körper verteilen und so auch verstreute Krebszellen zerstören können. Ärzte sprechen hier auch von einer systemischen Therapie.

Leider teilen sich aber auch andere Zellen im Körper schnell und sind somit ebenfalls von der Chemotherapie betroffen. Hierzu zählen die Schleimhaut- und die Haarwurzelzellen sowie die blutbildenden Zellen des Knochenmarks. Dadurch kommt es bei einer Chemotherapie teilweise zu Entzündungen der Schleimhäute und Haarausfall.

IMMER NOCH EINE WICHTIGE THERAPIE

Die Chemotherapie ist eine der wichtigsten Säulen in der Therapie des Lungenkarzinoms. Forscher haben in den vergangenen Jahren die Chemotherapie kontinuierlich verbessert, so dass Patienten heute im Durchschnitt wesentlich besser und länger leben als in der Vergangenheit.

Je nach Erkrankungsstadium verfolgt eine Chemotherapie unterschiedliche Ziele:

  • Adjuvant: im Anschluss an eine Operation. Sie dient dazu, das Rückfall-Risiko zu verringern und einen Rückfall (Rezidiv) zu vermeiden. Eine vollständige Heilung von der Erkrankung ist das Ziel der Behandlung.
  • Neoadjuvant: vor einer Operation. Ziel ist es, den Tumor und seine Ausbreitung zu verkleinern. Dadurch kann eine Operation von ursprünglich schwer operierbaren Tumoren erleichtert werden.
  • Palliativ: Behandlung bei einer fortgeschrittenen Erkrankung. Sie soll Symptome lindern, die Lebensqualität verbessern und die Überlebenszeit verlängern.

TABLETTE ODER INFUSION – CHEMOTHERAPIE HAT VERSCHIEDENE FORMEN

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Patienten können eine Chemotherapie entweder als Infusion oder in Tablettenform erhalten. Bei der Infusion gelangen die Zytostatika direkt in die Venen. Damit die Ärzte nicht jedes Mal die Infusion neu legen müssen, gibt es die Möglichkeit eines dauerhaften Zugangs (Port). Dazu ist eine kurze Operation notwendig. Infusionen können entweder ambulant in der Praxis des behandelnden Arztes verabreicht werden oder erfordern einen stationären Krankenhausaufenthalt von mehreren Tagen. Bei einer Chemotherapie in Darreichungsform als Tablette gehen die Patienten nur zu Kontrollterminen zu ihrem Arzt.

Die Ärzte verabreichen die Zytostatika nach einem genauen Plan, der sowohl die Dosierung als auch die zeitlichen Abstände der Einnahme vorgibt. Sie sprechen dann auch von sogenannten Chemotherapiezyklen. Je nach Art des Medikaments folgt auf eine Zeit der Einnahme eine Pause, bevor der nächste Zyklus beginnt.

MÖGLICHE BEGLEITERSCHEINUNGEN

Obwohl die Chemotherapie eine verträgliche Therapieform ist, können einige Nebenwirkungen auftreten. Nebenwirkungen der Chemotherapie betreffen jene gesunden Zellen im menschlichen Körper, die sich wie Krebszellen schnell teilen und daher von den Zytostatika zerstört werden. Diese unerwünschten Wirkungen lassen sich allerdings heute mit begleitenden Medikamenten gut beherrschen.

Viele Patienten verbinden mit dem Wort Chemotherapie vor allen Dingen Übelkeit und Erbrechen. Die heute eingesetzten Chemotherapien sind allerdings wesentlich besser verträglich als noch vor ein paar Jahren. Ob Übelkeit auftritt, hängt neben Art und Dauer der Therapie auch von einigen Merkmalen des Patienten ab. So sind Frauen häufiger betroffen als Männer und jüngere Patienten häufiger als ältere. Kommen diese Faktoren zusammen, verschreiben Ärzte Medikamente gegen die Übelkeit. Diese sogenannten Antiemetika erhalten Betroffene häufig schon prophylaktisch mit Beginn der Chemotherapie.

Durch die Therapie können ebenfalls Entzündungen der Schleimhäute auftreten, die den Mund, die Speiseröhre oder den Darm betreffen. Appetitlosigkeit und Geschmacksstörungen sind weitere mögliche unangenehme Begleiterscheinungen. Zudem können die Patienten durch die Zytostatika ihre Haare verlieren, da die Haarwurzeln ebenfalls zu jenen Zellen gehören, die sich schnell teilen und somit direkt auf das Zellgift reagieren.

Eine der häufigsten Begleiterscheinungen der Krebstherapie ist die sogenannte Fatigue. Es handelt sich hierbei um Erschöpfung und Müdigkeit, die auch trotz längerer Ruhepausen bestehen bleiben. Häufige Symptome sind unter anderem Lustlosigkeit, geringe körperliche Belastbarkeit und Konzentrationsprobleme.

Die Fatigue kann körperliche und seelische Ursachen haben. Körperliche Ursachen sind beispielsweise ein durch die Tumortherapie bedingter Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie) oder begleitende Stoffwechselkrankheiten. Hier können Medikamente häufig zu einer Verbesserung der Symptome führen.

Polyneuropathien können ebenfalls eine Begleiterscheinung der Chemotherapie sein. Dies sind meist reversible (sich zurückbildende) Nervenschädigungen, die insbesondere an Händen und Füßen in der Anfangsphase der Therapie auftreten können. Patienten, die unter einer Chemotherapie Veränderungen der Sensibilität wie vermindertes Tastempfinden oder beginnendes Taubheitsgefühl (Ameisenkribbeln) empfinden, sollten dies umgehend mit ihrem Arzt besprechen.

Bei den Immuntherapien handelt es sich um neue Substanzen, die in Europa erst seit Oktober 2015 als Therapieoptionen verfügbar sind. Sie werden per Infusion verabreicht und stimulieren durch unterschiedliche Mechanismen das Immunsystem, so dass die Krebszellen von diesem erkannt und effektiver zerstört werden. Bislang sind zwar erst wenige Präparate im Bereich der Immuntherapie in Deutschland zugelassen, aber es befindet sich bereits eine Vielzahl an Wirkstoffen in der klinischen Erprobung.

Die Wahl und ggf. Kombination von geeigneten Therapiemaßnahmen ist in erster Linie von dem jeweiligen klinischen Stadium der Erkrankung abhängig, wobei die Histologie, der Allgemeinzustand, die Lungenfunktion und ggf. Begleiterkrankungen berücksichtigt werden müssen. Hinsichtlich des Therapieziels unterscheidet man zwischen kurativer und palliativer Therapie. Während die kurative Therapie auf Heilung abzielt, geht es bei der palliativen Therapie in erster Linie darum, die Symptome, die durch den Krebs verursacht werden, zu lindern und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern.

In den vergangenen Jahren wurden Wirkmechanismen entdeckt, die Mediziner zur Behandlung von manchen Patienten mit nichtkleinzelligem Lungenkrebs einsetzen können. Zu diesen sogenannten zielgerichteten Therapien zählen Angiogenese-Hemmer und Tyrosinkinase-Hemmer.

Angiogenese-Hemmer sind Wirkstoffe, die die Gefäßneubildung („Angiogenese“) hemmen. Hintergrund ist, dass ab einer Größe von circa zwei Zentimetern ein Tumor auf ein eigenes Gefäßsystem angewiesen ist, das ihn mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Tyrosinkinase-Hemmer sind Wirkstoffe, die gegen spezielle Wachstumsfaktoren gerichtet sind. Die Weiterleitung von Wachstumssignalen der Krebszellen wird gestoppt. Die Krebszellen hören auf, sich zu teilen, und das Wachstum des Tumors wird unterbrochen.

In vielen Fällen ist für den Einsatz von Tyrosinkinase-Hemmern das Vorhandensein bestimmter Mutationen im Tumor eine wichtige Voraussetzung. Die betreffenden Mutationen finden sich teilweise nur bei einer kleinen Gruppe der Patienten und können zum Beispiel durch die Analyse des Tumorgewebes gefunden werden.

Auch die Behandlung mit den sogenannten zielgerichteten Therapien hat Nebenwirkungen. Es kann zu Nasenbluten sowie blutigem Auswurf beim Husten kommen. Zudem kann der Blutdruck ansteigen und sollte unbedingt regelmäßig kontrolliert werden. Viele Patienten klagen über starken Hautausschlag, den Mediziner auch „Rash“ nennen. Auch Veränderungen der Haare sind üblich. Die Veränderungen an Haut, Nägeln und Haaren bilden sich zurück, nachdem die Medikamente abgesetzt werden. Nur selten sind sie Grund für eine Therapieunterbrechung. Sie können aber dennoch für die Patienten eine große Belastung darstellen.

Eine weitere Möglichkeit, den Tumor zu verkleinern und abzutöten ist die Strahlentherapie. Durch energiereiche Strahlen wird das Erbgut der Zellen verändert. Das Reparatursystem, welches Zellen ermöglicht, defekte Stellen im Erbgut zu ersetzen oder den Teilungsprozess zu beschleunigen, ist bei Tumorzellen schwächer ausgeprägt. Daher können gesunde Zellen die Schäden der Strahlung reparieren, während Krebszellen absterben.

Die Radiologen richten die Strahlen so ein, dass sie möglichst nur auf den tumortragenden Körperbereich zielen, und schützen die benachbarten Stellen. Daher nennen Mediziner die Strahlentherapie auch lokale Therapie: Sie wirkt nur dort, wo das Bestrahlungsfeld ist. Um die Strahlenwirkung möglichst gut auf den Tumorbereich zu konzentrieren und der Tumorform anpassen zu können sowie gesundes Gewebe so gut es geht zu schonen, planen die Radiologen die Behandlung räumlich durch die Behandlung am Computer.

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Die Strahlentherapie wird in der Regel ambulant durchgeführt: Der Patient kommt für die Bestrahlung in die Klinik und kann im Anschluss wieder nach Hause gehen. Eine Bestrahlung dauert nur wenige Minuten. Die Behandlung erfolgt über mehrere Wochen. Der Patient sieht, riecht und spürt die Strahlen nicht.

FOLGEN DER STRAHLENTHERAPIE

Die Strahlentherapie ist heute, dank verschiedener technischer Verbesserungen und computergesteuerter Planung, präziser und verträglicher als früher. Bei den Nebenwirkungen der Strahlentherapie unterscheiden Mediziner akute – während der Therapie auftretende – unerwünschte Ereignisse und Spätfolgen der Behandlung. Besonderes Augenmerk liegt bei der Strahlentherapie auf dem größten Organ, das der Mensch besitzt: der Haut. Sie kann sich an jenen Stellen röten und austrocknen, an denen die Strahlen auf den Körper treffen. Daher ist es wichtig, die Haut zu schonen. Über die geeignete Pflege informiert der Arzt seine Patienten vor Beginn der Therapie.

Liegt die Speiseröhre im Bestrahlungsfeld, kann es zu Heiserkeit und Schluckbeschwerden kommen. Des Weiteren sind Entzündungen des gesunden Lungengewebes möglich, das sich schließlich vernarben und zu Hustenreiz und einer geringeren Atemkapazität führen kann.

PALLIATIVMEDIZIN

Bei weit fortgeschrittenen Krebserkrankungen – aber zum Beispiel auch bei vielen chronischen Krankheiten – kann eine Therapie oft keine komplette Heilung mehr erreichen. Dennoch ist es wichtig, dass die Betroffenen weiter behandelt werden, um zum Beispiel Schmerzen zu lindern und dem Patienten eine möglichst hohe Lebensqualität zu ermöglichen. Dieser Therapieansatz wird als palliativ bezeichnet. Das Wort „pallium“ ist lateinisch und bedeutet Mantel: Wie ein Mantel umhüllen alle Maßnahmen der Palliativmedizin den Erkrankten schützend.

Palliativmedizin soll sich dabei nicht nur auf die letzte Lebensphase beschränken. Viele Grundsätze der Palliativmedizin sind auch in frühen Krankheitsstadien zusammen mit der kausalen Therapie, welche versucht, die Ursachen einer Erkrankung zu beseitigen, anwendbar. In der palliativmedizinischen Behandlung kommen auch spirituelle und seelische Bedürfnisse und deren Bewältigung zu Wort. Hier gibt es die Möglichkeit für Patienten oder Angehörige, mit Seelsorgern oder Psychologen über ihre Ängste, bedrängende Fragen oder ungelöste Lebenskonflikte zu sprechen.

Ist eine zufriedenstellende Symptomkontrolle erreicht, kann der Patient oft auch in der vertrauten häuslichen Umgebung palliativmedizinisch weiterversorgt werden. Ambulante Dienste helfen dann bei der Pflege und koordinieren zum Beispiel psychosoziale Betreuung oder umfangreichere medizinische Maßnahmen.

NACHSORGE

Als Nachsorge bezeichnen Ärzte alle sich an die Therapie anschließenden Behandlungen. Die Untersuchungen dienen dazu, ein mögliches Wiederauftreten des Lungenkrebses (Rezidiv) rechtzeitig zu erkennen, sowie dazu, Therapiefolgen und Nebenwirkungen zu behandeln und deren Krankheitsverlauf zu dokumentieren.

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Aus welchen Untersuchungen die Nachsorge besteht, hängt von der Erkrankungssituation, dem Krankheits- und dem Therapieverlauf des Patienten ab. In der Regel erfolgt die Nachsorgeuntersuchung in den ersten beiden Jahren alle drei Monate und in den folgenden zwei Jahren halbjährlich, danach dann jährlich.

Direkt am Ende der Krebstherapie beginnt die Anschlussheilbehandlung, die etwa drei bis vier Wochen dauert. Ihr Ziel ist es, die körperliche und seelische Erholung zu unterstützen und den Weg zurück in den Alltag zu erleichtern. Bei gesetzlich Versicherten sind die Krankenkassen oder die Rentenversicherung Leistungsträger für die Rehabilitationsmaßnahmen. Bei privat versicherten Patienten gilt der jeweilige Vertrag.

Eine Rehabilitation, umgangssprachlich Reha genannt, ist für jeden Lungenkrebspatienten sinnvoll. Sie dient dazu, die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern, Langzeitfolgen vorzubeugen und die Verarbeitung der Krankheit zu erleichtern. Neben unterschiedlichen therapeutischen Maßnahmen wie Ernährungstherapie, Atemgymnastik, Massagen und medikamentöse Therapie bietet die Rehabilitation auch die Möglichkeit, an Gesprächen und Diskussionsrunden zu ausgewählten Themen teilzunehmen. Die Reha kann entweder in speziellen Rehabilitationskliniken oder ambulant stattfinden.

Darüber hinaus spielt die Bewegungstherapie während der Rehabilitation eine wichtige Rolle. Sie unterstützt die körperliche und seelische Genesung nach der Therapie.

Ebenso wichtig ist die psychische Betreuung von Patienten und Angehörigen während der Rehabilitation. Neben der Verarbeitung der Krankheit steht die neue Lebenssituation im Mittelpunkt. Erfahrene Psychologen und Psychoonkologen betreuen diese Gespräche. Zudem kann der Patient in der Nachsorge sozialrechtliche und berufliche Fragen ansprechen. Gegebenenfalls verweist der Arzt bei speziellen Fragen auf zuständige Beratungsstellen und Ansprechpartner.

PSYCHOONKOLOGIE

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Die Diagnose Lungenkrebs ist ein Schock und löst häufig Angst aus. Auch wenn es am Anfang vielleicht unmöglich klingt: Versuchen Sie, die Situation anzunehmen und sich ihr zu stellen. Treten Sie dem Lungenkrebs aktiv entgegen! So kriegen Sie das Gefühl, selbst etwas für sich tun zu können. Ängste schwinden, wenn Sie sich deutlich machen, dass Sie der Krankheit nicht völlig ausgeliefert sind. Gerade Unkenntnis und Unwissenheit verursachen bei Betroffenen und Angehörigen Angst.

Vielleicht haben Sie das Gefühl, dass Ihnen die Worte fehlen oder Sie möchten Ihre Angehörigen und Freunde nicht zusätzlich belasten. Doch der offene Umgang mit der Erkrankung und den damit auftretenden Sorgen, Ängsten und Wünschen tut gut. Und auch Ihre Angehörigen und Freunde wissen häufig nicht genau, wie sie mit der Krankheit umgehen sollen. Vielleicht treten sogar Schuldgefühle auf, selbst nicht erkrankt zu sein. Angehörige behandeln den Betroffenen daher anders und scheuen das Gespräch, um den Erkrankten – und oft auch sich selbst – zu schonen. Es fällt ihnen schwer, in dieser Situation die richtigen Worte zu finden, richtig zu handeln und sinnvoll zu helfen.

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Diese Hilflosigkeit der Angehörigen äußert sich häufig in Schweigen. Erfahrungen zeigen, dass es wichtig ist, verändertes Verhalten und das eigene Gefühlschaos ehrlich anzusprechen. Als Patient können Sie die Ihnen nahestehende Person fragen, warum sie sich manchmal so „merkwürdig“ verhält und wie sie die Situation erlebt. Offene Gespräche entlasten sowohl den Patienten als auch die Angehörigen und Freunde.

Selbsthilfegruppen bieten ebenfalls Raum, offen und ehrlich über seine Erkrankung zu sprechen und die neue Situation zu verarbeiten. Darüber hinaus werden Informationen und Tipps für den Alltag ausgetauscht. Geschichten von anderen Betroffenen können Mut für die eigene Situation machen.

Doch manchmal gibt es im Verlauf einer Lungenkrebserkrankung Phasen, in denen die Belastung so groß wird, dass die eigene Energie und auch die Unterstützung durch Angehörige und Freunde zur Krankheitsbewältigung nicht ausreichen. Psychoonkologische Betreuer können hier eine professionelle Hilfe und Unterstützung geben. Sie helfen in Belastungssituationen und Krisen. Sie vermitteln beispielsweise Techniken, mit denen Beschwerden und Nebenwirkungen besser kontrolliert werden können.

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Jeder Mensch geht anders mit der Erkrankung um. Zudem ist keine Erkrankungssituation mit der anderen zu vergleichen. Daher gibt es keinen Leitfaden, der beschreibt, wie Sie am besten mit der Situation umgehen. Es ist wichtig, dass Sie auf sich Acht geben. Überlegen Sie sich, was Ihnen jetzt gut tut. Der eine braucht viel Zeit für sich alleine und der andere möchte lieber so oft es geht mit anderen Menschen zusammen sein. So sollte jeder Patient nach seinen Bedürfnissen und Wünschen entscheiden, was für ihn wichtig ist und ihm gut tut.

VIDEO-TIPPS MIT DR. JOHANNES WIMMER

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Vielleicht kennen Sie ihn bereits aus Funk, Fernsehen oder Internet: Dr. Johannes Wimmer ist Arzt und Experte darin, komplizierte medizinische Zusammenhänge in leichtverständliche Videos zu verpacken.

Und dass diese neue Form der Information nicht nur interessant ist, sondern auch aktiv zum Wohle der Patienten beitragen kann, untersucht er als Leiter für digitale Patienteninformation am "Competenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie" – kurz Cvderm – der Uniklinik Hamburg Eppendorf.

Für uns hat Dr. Wimmer drei Videos entwickelt, in denen er Ihnen mehr zum Thema Hautausschlag während einer Krebstherapien erklärt – und Ihnen praktische Tipps verrät, was sie selber dagegen tun können.

BEWEGUNG UND ERNÄHRUNG

BELA für Patienten mit Lungenkrebs und ihre Angehörigen

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Bewegung und Ernährung für mehr Lebensqualität im Alltag – so lässt sich der Leitgedanke von BELA in einem Satz zusammenfassen. BELA unterstützt Patienten mit Lungenkrebs dabei, das eigene Körpergefühl durch Bewegungsübungen und leicht umsetzbare Ernährungstipps zu verbessern – und bezieht dabei ihre Lebenspartner, Kinder oder Freunde mit ein.

In drei aufeinander folgenden Kurs-Modulen vermittelt ein Team aus Ernährungswissenschaftlern (Diplom-Oecotrophologen) den interessierten Patienten und deren Angehörigen nützliches Hintergrundwissen zu Bewegungsmöglichkeiten, Lebensmittelgruppen und dem Umgang mit Behandlungsnebenwirkungen. In praktischen Übungen können die Kursteilnehmer ihr Wissen umsetzen und sich untereinander austauschen.

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Die informativen und gut verständlichen BELA-Lerneinheiten finden in Kliniken und onkologischen Facharztpraxen statt. Die Teilnahme an den Kursen ist kostenlos. Möchten Sie mehr über BELA wissen? Dann bestellen Sie einfach und kostenfrei eine unserer BELA-Broschüren.

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Bewegungstraining und Sport

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Häufig hören Krebspatienten Sätze wie „Du musst Dich schonen“. Doch Krebs ist keine Grippe und das Gegenteil ist der Fall: Wissenschaftler haben bewiesen, dass Bewegung und Sport den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können. Gezielte körperliche Aktivität hilft, Stress und Anspannung abzubauen und Beweglichkeit zu erhalten oder wieder herzustellen. Zudem unterstützt sie das Selbstbewusstsein.

Ein leichtes Kräftigungs- und Dehntraining, das Rücken- und Brustmuskulatur stärkt, ist für Lungenkrebspatienten besonders geeignet. Zudem sind Ausdauersportarten, wie Wandern, Nordic Walking, Fahrrad fahren oder Schwimmen (wenn die Operationsnarben verheilt sind), sinnvoll. Denn ein leichtes Ausdauertraining verringert die häufig auftretende Fatigue, Verspannungen und Übelkeit. Zudem verbessert sich der körperlich-seelische Allgemeinzustand.

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Eine Überanstrengung ist jedoch auf jeden Fall zu vermeiden! Es ist daher sinnvoll, für jeden Patienten eine maßgeschneiderte Bewegungstherapie zusammenzustellen, die dem persönlichen Leistungsvermögen angepasst ist. In fast jeder Stadt gibt es Sportgruppen in der Krebsnachsorge. Speziell geschulte Übungsleiter betreuen die Trainingseinheiten, deren Kosten für bis zu 50 Stunden (mit minimaler Dauer von 30 Minuten) mit einem ärztlichen Rezept überwiegend von den Krankenkassen übernommen werden.

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Bei einer Krebserkrankung spielt die Ernährung eine sehr wichtige Rolle. Während der Therapie kann es eventuell zu Nebenwirkungen kommen, die das Essen zu einer Belastung werden lassen. Aber ein gut ernährter Körper ist eine Voraussetzung für die Behandlung und auch für eine bessere Lebensqualität. Daher sollten Betroffene besonders auf die Zusammenstellung der Nahrungsmittel achten, um sicher zu gehen, dass der Körper die benötigte Energie, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente erhält.

Insgesamt sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Bei Fragen kann ein Ernährungsberater den Betroffenen einen Speiseplan zusammen stellen, der auf die individuellen Bedürfnisse angepasst ist.

Allgemeine Ernährungs-Tipps und spezielle Rezeptvorschläge finden Sie hier und in unseren Broschüren

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Rezeptvorschläge

Allgemeine Tipps

  • Trinken Sie viel, vor allem kohlensäurearmes oder stilles Mineralwasser, Kräutertees.
  • Essen Sie möglichst 5 Mal am Tag Obst und Gemüse.
  • Verwenden Sie Getreideprodukte aus Vollkorn, um die Ballaststoffzufuhr zu erhöhen.
  • Essen Sie für eine ausreichende Eiweißversorgung häufig Speisen mit Fisch und Geflügel, die schonend zubereitet wurden. Je nach Verträglichkeit sind auch Hülsenfrüchte geeignet, da sie viel Eiweiß enthalten.
  • Für die bessere Verdaulichkeit hilft es, wenig Frittiertes oder im Öl Gebratenes zu essen.
  • Reduzieren Sie den Genuß von geräucherten oder gepökelten Lebensmitteln.
  • Gegrillte oder gebratene Speisen sollten nicht dunkler als goldbraun zubereitet werden.
  • Nehmen Sie sich Zeit und essen Sie bewusst langsam.
  • Achten Sie auf Farbe und Geruch der Lebensmittel, denn das Auge isst mit.
  • Lieber öfter kleine Mahlzeiten.
  • Eventuell hilft es Ihnen, schon vor dem Aufstehen zu essen.
  • Vermeiden Sie Speisen mit unterschiedlicher Temperatur.
  • Verwenden Sie frische Kräuter, da sie appetitanregend wirken (z.B. Knoblauch, Ingwer, Senf, Meerrettich, Anis, Curry).
  • Bevorzugen Sie Speisen, die leicht zu essen sind (z.B. Suppen, Brei, Pudding oder Shakes).
  • Binden Sie Saucen und Suppen mit Sahne oder Öl, um den Kaloriengehalt zu erhöhen.

PATIENTENRECHTE

Als Patient stellen Sie sich sicher oft die Frage: „Welche Rechte habe ich eigentlich als Patient und wen kann ich bei Fragen ansprechen?“ Auf der folgenden Seite möchten wir Sie über Ihre Patientenrechte informieren und Ihnen verschiedene Ansprechpartner für Ihre Anliegen nennen.

SO SEHEN IHRE RECHTE ALS PATIENT AUS:

Selbstbestimmung

Sie können die Art und den Umfang einer medizinischen Behandlung selbst bestimmen und entscheiden, ob sie sich behandeln lassen wollen oder nicht. Sie haben ebenfalls das Recht, dass alle medizinischen Maßnahmen nur mit Ihrer wirksamen Einwilligung durchgeführt werden.

Qualifizierte und sorgfältige medizinische Behandlung

Als Patient haben Sie das Recht auf eine qualifizierte und sorgfältige medizinische Behandlung nach den anerkannten Regeln der ärztlichen Kunst. Dies umfasst eine qualifizierte Pflege und Betreuung sowie die Verwendung von Arzneimitteln oder Medizinprodukten, die den gesetzlich vorgeschriebenen Qualitäts-und Sicherheitsanforderungen entsprechen.

Freie Arzt- und Krankenhauswahl

Sie können den behandelnden Arzt sowie das Krankenhaus frei wählen und wechseln.

Ärztliche Aufklärung und Beratung Als Patient haben Sie das Recht auf rechtzeitige und persönliche Aufklärung über Art und Umfang der medizinischen Maßnahmen und der damit verbundenen gesundheitlichen Risiken vor einer Behandlung. Sie können jederzeit eine ärztliche Zweitmeinung einholen. Sollten Sie sich mit dem Arzt sprachlich nicht verständigen können, haben Sie das Recht auf eine angemessene Übersetzungshilfe, deren Kosten die zuständige Krankenkasse übernimmt.

Beratung durch die Krankenkasse Jede Krankenkasse muss Sie individuell über seine Leistungen informieren und beraten.

Vertraulichkeit Es besteht ärztliche Schweigepflicht in Bezug auf Informationen, Gespräche, Unterlagen und Daten. Die Weitergabe dieser Daten unterliegt Ihrer Zustimmung oder gesetzlicher Bestimmungen.

Dokumentation und Einsicht der Behandlungsunterlagen Alle wichtigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen und Verlaufsdaten der Behandlung müssen verständlich dokumentiert werden. Sie haben das Recht auf Einsicht Ihrer dokumentierten Daten und können sich auf eigene Kosten Kopien/Ausdrucke dieser anfertigen lassen.

Schadensersatz und Schmerzensgeld Im Falle eines Behandlungsfehlers haben Sie das Recht auf Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Ansprechpartner

  • Leitende Ärzte, Klinikleitung, Zentrale Beschwerdestellen
  • Ärzte- und Zahnärztekammern (Gutachterkommissionen, Schlichtungsstellen)
  • Krankenkassen
  • Verbraucherzentralen, Selbsthilfegruppen, Patientenberatungsstellen
  • Unabhängige Patientenberatung Deutschland (0800 0117722)
  • Aktionsbündnis Patientensicherheit
  • Bundesministerium für Gesundheit

Ausführliche Informationen zum Thema Patientenrechte finden Sie zum Beispiel in der Broschüre „Patientenrechte in Deutschland“ des Bundesministeriums für Gesundheit.

HOSPIZ

Gerade im letzten Stadium einer Erkrankung ist eine Betreuung zu Hause oft nur schwer zu meistern. Dann kann ein stationäres Hospiz, in dem der Betroffene rund um die Uhr versorgt wird, eine gute Alternative sein. Zur Entlastung pflegender Angehöriger gibt es auch die Möglichkeit, dass Tageshospize den Erkrankten nur tagsüber betreuen.

Neben der psychosozialen Betreuung bieten Hospize meist auch medizinische und pflegerische Unterstützung bei Verbandswechsel, Infusionen und Injektionen. Die umfassende Betreuung des Patienten und der Angehörigen erfordert dabei in jeden Fall ein multidisziplinäres Team, zu dem neben Pflegepersonal und Ärzten auch Sozialarbeiter, Psychologen, Seelsorger und Physiotherapeuten gehören. Die Integration von ehrenamtlichen Mitarbeitern ist für das Selbstverständnis des Hospizgedankens besonders wichtig. Vor allem Laien, Mitglieder von Hospizinitiativen oder Angehörige ehemals betreuter Patienten gehören zu dieser Gruppe. Von einigen Einrichtungen werden auch „Trauergruppen“ angeboten, die die Trauerarbeit der Hinterbliebenen unterstützen.

Bitte beachten Sie: Wenn Sie diesen Link verfolgen, verlassen Sie www.hilfe-bei-lungenkrebs.de